Bewerbungstipps

Tipps für die Bewerbungs-unterlagen


Du interessierst dich für eine Ausbildung in einem der Grünen Berufe und hast einen vielversprechenden Ausbildungsbetrieb im Auge? Dann wird’s höchste Zeit eine aussagekräftige Bewerbung abzuschicken. Da es sich womöglich um deine erste schriftliche Bewerbung handelt, gibt es hier einige Regeln, Tipps und Vorlagen, um dir die Erstellung zu vereinfachen.

 

Anschreiben

Das Anschreiben ist das erste, was dein Ausbilder/deine Ausbilderin von dir sehen wird. Es sollte daher einen guten Eindruck machen: Keine Rechtschreibfehler, übersichtlich aufgebaut und ohne große Umschweife prägnant formuliert. Vermeide Standart-Sätze wie „Hiermit bewerbe ich mich …“ und versuche stattdessen mit einem interessanten Einleitungssatz zu Punkten. Grundlage dafür könnte die ursprüngliche Kontaktaufnahme mit einem Mitarbeiter oder ein konkreter Inhalt der Stellenausschreibung sein. Insgesamt sollte dein Anschreiben einen „roten Faden“ haben, der sich durch den ganzen Text zieht. Achte auch darauf, nicht zu viel zu schreiben. Das Anschreiben sollte eine Länge von einer Seite nicht überschreiten.

Einleitung

Zu Anfang erfolgt natürlich die Ansprache der Ansprechpartnerin oder des Ansprechpartners. Hattest du bisher keinen Kontakt zum Betrieb, kannst du die zuständige Person möglicherweise auf der Firmen-Webseite ausmachen. Ansonsten verwendest du am besten „Sehr geehrte Damen und Herren“. Im Einleitungssatz kommst du direkt auf den ausgeschrieben Ausbildungsplatz zu sprechen. Wie bereits erwähnt, ist es keine schlechte Idee, Phrasen wie „Hiermit bewerbe ich mich …“ zu vermeiden.

Hauptteil

Im Hauptteil gehst du auf deine Fähigkeiten ein und machst klar, warum du bestens für die Stelle geeignet bist. Dabei kannst du auf deine schulischen Schwerpunkte verweisen oder – sofern relevant – private Erfahrungen einbringen. Möglicherweise hast du bereits ein Praktikum in dem Berufsfeld absolviert oder anderweitig Einblicke gesammelt. Auch charakterliche Eigenschaften oder soziale Kompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein oder eine schnelle Auffassungsgabe können in den Hauptteil einfließen. Bestenfalls verbindest du beim Schreiben des Hauptteils die Anforderungen aus der Stellenanzeige immer auch mit deinen Fähigkeiten.

Unternehmensbezug

An dieser Stelle geht es darum, den Bezug zwischen deinen Interessen und Fähigkeiten in Verbindung zum Ausbildungsbetrieb zu stellen. Versuche bei dieser Gelegenheit auch klar zu machen, warum gerade dieser Betrieb der richtige für dich ist, was der Betrieb davon hat dich einzustellen und wie du in Zukunft zum Erfolg beitragen kannst.

Schluss

Das Anschreiben endet mit dem Schlusssatz. Hier kannst du dich für das Interesse bedanken und betonen, dass du dich über eine Einladung zum persönlichen Gespräch freust. Vermeide dabei am besten die Verwendung des Konjunktivs („Ich freue mich“ statt „Ich würde mich freuen“). Am Ende lässt du noch freundliche Grüße da und unterschreibst das Anschreiben.

Vorlagen für ein Anschreiben:

 

Lebenslauf

Der Lebenslauf zeigt neben persönlichen Daten deinen bisherigen „Werdegang“ auf. Dabei ist vor allem Übersichtlichkeit wichtig. Folgende Angaben sollte der Lebenslauf unbedingt beinhalten:

  • Persönliche Daten
    • Name
    • Angestrebter Ausbildungsplatz (optional)
    • Anschrift (Adresse, E-Mail-Adresse, Telefon-Nr.)
    • Geburtstag und Geburtsort
    • Familienstand
    • Staatsangehörigkeit
  • Berufserfahrung (falls vorhanden)
  • Praktika (falls vorhanden)
  • Schulische Ausbildung
  • Weitere Qualifikationen (Sprachen, Fähigkeiten, Weiter- und Fortbildung)
  • Interessen (Hobbys, Ehrenamt, Mitgliedschaft)

Diese Angaben werden lückenlos tabellarisch aufgelistet. Auf der linken Seite stehen die Zeitangaben (MM/JJJJ-MM-JJJJ), auf der rechten Seite die entsprechende Station in antichronologischer Reihenfolge (letzte Station zuerst). Achte darauf deinen Lebenslauf zu unterschreiben. Nur so ist er als offizielle Urkunde gültig. Achtung: Falsche Angaben gelten als Urkundenfälschung und können dich letztlich deinen Ausbildungplatz kosten.

Um es dir etwas einfacher zu machen, findest du hier eine geeignete Vorlage für den Lebenslauf.

 

Bewerbungsfoto

Durch das sogenannte Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, ist es dir freigestellt, ob du ein Bewerbungsfoto in deine Bewerbung bzw. deinen Lebenslauf integrierst. Es ist ein jedoch offenes Geheimnis, dass sich viele Verantwortliche ein Bewerbungsfoto wünschen. In den meisten Bewerbungen in Deutschland werden deshalb immer noch Bewerbungsfotos mitgeschickt. Wenn auch du dich dafür entscheidest, sollte dieses unbedingt einen gewissen Grad an Professionalität aufweisen. Fotos aus dem letzten Bade- oder Wanderurlaub sind ein also No-Go. Bestenfalls gehst du zu einem professionellen Fotografen oder fragst erfahrene Bekannte nach Hilfe und trägst dabei Kleidung, die deinem angestrebten Beruf entspricht.

 

Mappe

In die Bewerbungs-Mappe gehört:

  • Lebenslauf
  • Zeugnisse (Schulabschluss, Arbeitszeugnisse)
  • Referenzen, Arbeitsproben und sonstige Zertifikate (falls vorhanden)

Das Anschreiben wird auf die Mappe aufgelegt, die restlichen Unterlagen ordnest du in der obigen Reihenfolge in die Mappe ein. Beides kommt dann zusammen in einen C4-Umschlag. Im Optimalfall verfügt dieser über ein Sichtfenster, sodass die Empfangsadresse auf deinem Anschreiben zu sehen ist.

Bei der Wahl der Mappe, bist du gut beraten, einen Klemmhefter zu verwenden. So können die Verantwortlichen die Unterlagen einfach herausnehmen. Achte darauf, dass das Papier, das du in deine Bewerbungsmappe legst, knick- und fleckenfrei und die gedruckte Schrift gut lesbar ist. Falls du dein Bewerbungsfoto direkt digital ausdruckst, sollte das Bild eine möglichst gute Auflösung aufweisen. 

 


Tipps für das Vorstellungs-gespräch


Du wurdest zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen? Das ist ein gutes Zeichen! Denn offenbar hat deine Bewerbung einen guten Eindruck hinterlassen. Jetzt gilt es, dich gut auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Diese nützlichen Tipps können dir dabei helfen.

 

Wähle den richtigen Termin

Solltest du mehrere Termine für ein Vorstellungsgespräch angeboten bekommen, vereinbarst du am besten ein Treffen am Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag. Montage sind mitunter mit Stress und schlechter Laune verbunden, an Freitag sind viele schon gedanklich im Wochenende.

 

Bereite dich vor

Bevor du in das Vorstellungsgespräch gehst, solltest du dich auf jeden Fall mit dem Betrieb sowie dem ausgeschriebenen Ausbildungsplatz auseinandergesetzt haben. Informationen zu den Leistungen oder der Unternehmensphilosophie findest du zum Beispiel auf der Internetseite oder den Auftritten in sozialen Netzwerken des potenziellen Ausbildungsbetriebs.

 

Vermeide Stress

Es ist völlig normal, vor dem Vorstellungsgespräch aufgeregt zu sein. Versuche jedoch, nicht zusätzlich Stress zu verursachen. Überlege dir bereits einige Tage im Voraus, was du anziehen möchtest und wie du am besten rechtzeitig zum Firmengelände gelangst. Da du dich vor Ort wahrscheinlich nicht auskennst, ist ein Zeitpuffer bei der Anreise ratsam. Schließlich willst du gerade beim Vorstellungsgespräch nicht zu spät kommen.

 

Finde die richtige Kleidung

Deinen Kleidungsstil solltest du an den branchenüblichen Dresscode anpassen. Bewirbst du dich bei einem landwirtschaftlichen Betrieb, ist ein Anzug mit Hemd und Krawatte bzw. bei Frauen ein Hosenanzug oder Kostüm, wahrscheinlich eine Nummer zu viel. Schließlich sollst du nicht den Eindruck machen, dass du dir die Finger nicht schmutzig machen willst. Ein schlabbriger Pulli und Jogginghose wären jedoch wiederum deutlich zu leger. Hier ist der Mittelweg meist die beste Lösung. Deine Kleidung muss in jedem Fall sauber und knitterfrei sein. Wenn du bei deiner Kleiderwahl unsicher bist, ist ein etwas förmlicheres Outfit nicht verkehrt. So zeigst du, dass dir das Vorstellungsgespräch wichtig ist.

 

Mach dich nicht verrückt

Dass du vor und während deinem Vorstellungsgespräch aufgeregt bist, ist keine große Sache und völlig menschlich. Versuche deine Gefühle nicht zu verstecken, um künstlich cool und abgeklärt rüberzukommen. So kannst du dem Gespräch schlecht folgen und verwendest deine Konzentration auf Selbstbeherrschung. Wenn du dann doch einmal ins Stottern gerätst, fange dich kurz und ordne dich neu. Du darfst ruhig sagen, dass du nervös bist oder gerade den Faden verloren hast. Am Ende soll dein Charakter schließlich authentisch zum Vorschein kommen. Kleiner Tipp: Oft hilft es, die Nerven durch langsames ein und ausatmen zu beruhigen.

 


Themen im Vorstellungs-gespräch

 

1. Erzähl etwas von Dir

Es ist wie im Lebenslauf - hier möchte ein zukünftiger Chef nichts Privates lesen und daher im Gespräch nicht Privates hören.
Es geht um Vorerfahrungen in dem Umfeld, in dem du arbeiten möchtest und Beispiele, die zeigen, dass du wirklich Interesse an dem Beruf hast.
 

2. Warum willst du ausgerechnet bei uns arbeiten?

Du solltest dich gut informiert haben über das Unternehmen und was es genau macht. Wenn es zum Beispiel ein Unternehmen ist, wo man viel an der frischen Luft ist oder man mit Tieren arbeitet, solltest du sagen, dass du gern viel draußen bist und Tiere sehr magst. Gut ist auch, wenn du sagst, dass du viel Lernen möchtest.
 

3. Stärken/Schwächen

Stärken und Schwächen hat jeder. Es ist gut, seine Stärken für den Betrieb gut einzusetzen. Es ist aber auch wichtig, die eigenen Schwächen zu kennen und zu zeigen, dass man an denen arbeitet. Das zeigt, dass man sich weiter verbessern möchte.

Stärken - Antwortmöglichkeiten sind beispielsweise, dass man

  • mit Stress gut umgehen kann
  • zuverlässig und pünktlich ist
  • gut mit Kollegen zusammenarbeitet

Schwächen - Antworten sind beispielsweise, dass man:

  • wenig Erfahrung hat Vorträge oder Themen vor Anderen zu präsentieren
  • beim Arbeiten mit gewissen Computerprogrammen noch Schwächen hat
  •  raucht
     

4. Wie genau stellst du dir einen typischen Tag bei uns vor?

Hier solltest du sehr gut informiert sein über das Unternehmen. Wenn du nicht genau Bescheid weißt, dann kannst du das sagen und anbieten, 3 Tage Praktikum zu machen. So ein Praktikum ist super, denn es zeigt dein Interesse und deinen ehrlichen Willen, in dem Betrieb zu arbeiten. Außerdem kannst du schon einmal zeigen, was du kannst oder dass du schnell lernst. Du kannst die Kollegen schon kennenlernen und weißt, ob du dich im Betrieb wohlfühlen würdest.
 

5. Haben Sie noch Fragen?

Es ist eine der wichtigsten Fragen, die ein zukünftiger Chef stellen kann. Die Antwort "Nein, danke" ist nicht gut und wirkt uninformiert und uninteressiert

Falsche Rückfrage: Was macht das Unternehmen genau?
Wieviel Urlaub bekomme ich?

Gute Fragen: Größe der Abteilungen, Erwartungen des Chefs an Auszubildende, Fragen über die Aufgaben

 

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